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Fela Anikulapo Kuti


The Afro-Beat Goes On And On

Fela Kuti Für die afrikanische Musik hat Fela Anikulapo Kuti etwa die Bedeutung, die Bob Marley für den Reggae hat. Das französische Barclay-Label hat die Rechte an seinem musikalischen Nachlaß erworben und wiederveröffentlicht nun auf einen Schlag zehn CDs, die jeweils zwei Originalalben von Fela enthalten, sowie eine Doppel-CD-Compilation.

Mehr als 50 Alben, von denen heute viele - wenn überhaupt - nur sehr schwer aufzutreiben sind, hat der 1997 im Alter von nur 59 Jahren verstorbene Fela Anikulapo Kuti im Laufe seiner Karriere aufgenommen. Mit seiner ebenso mystischen wie kraftvollen Musik und politisch-satirischen Texten hat der charismatische Künstler, der zunächst Trompete spielte und dann als Saxophonist, Pianist und Sänger reüssierte, weit über die Grenzen seiner Heimat Nigeria und Afrikas hinaus gewirkt.

Sein hypnotischer Afro-Beat beeinflußte Generationen von Musikern verschiedenster Genres (von Jazz über Funk und HipHop bis zu House und Techno) und machte Fela, dessen Sohn Femi das musikalische Erbe mittlerweile erfolgreich angetreten hat, zu einem der am häufigsten gesampleten Künstler. Nicht nur MC 900 Ft. Jesus' geniales "Shut Up" verdankt den unwiderstehlichen Groove dem "King of Afro-Beat" und dessen Song "Kalakuta Show". Das über vierzehnminütige Original ist auch Teil der Compilation "The Two Sides Of Fela - Jazz & Dance", die sich ganz hervorragend dazu eignet, das Werk Fela Kutis kennenzulernen. Vertiefen kann man seine Kenntnisse dann mit den folgenden zehn CDs, die jeweils zwei Originalalben Felas enthalten und zum "Special Price" angeboten werden.
Mit Musik war Fela Anikulapo Kuti schon sehr früh in Berührung gekommen. Sein Großvater Reverend J.J. Ransome Kuti, ein protestantischer Geistlicher, hatte bereits 1914 Kirchenlieder für das Label Zonophone aufgenommen. Auch Felas Vater war nicht nur Direktor des örtlichen Gymnasiums, sondern darüber hinaus noch als Pfarrer tätig, während Felas Mutter als Lehrerin arbeitete. 1938 kam Fela Ransome Kuti (den Namen Anikulapo legte er sich erst später zu) in Abeokuta in Nigeria zur Welt und wuchs in den recht gesicherten Mittelklasseverhältnissen auf. Während er in seinem protestantischen Elternhaus vor allem Kirchenlieder kennenlernte, entdeckte er als Teenager bei traditionellen Feiern auch auch die authentische Kultur der Egbas (die zum Stamm der Yoruba gehören) sowie deren originäre Klänge und Rhythmen.

Als Fela 20 Jahre alt war, schickten ihn die Eltern - in der Hoffnung, daß er dort wie seine Geschwister Medizin studieren würde - nach London. Doch Fela schrieb sich an der renommierten "Trinity School of Music" ein und verbrachte die folgenden fünf Jahre damit, Musik zu studieren. Mit anderen nigerianischen Musikern spielte er damals in der High-Life-Band Koola Lobitos. In dieser Band traf er auch wieder mit J.K. Bremah zusammen, der ihn bereits ein paar Jahre zuvor in Lagos in Musikerkreise eingeführt hatte, die versuchten, dem seinerzeit dominierenden Einfluß der westlichen Musik dezidiert nigerianische Klänge entgegenzustellen.

Nach Lagos kehrte Fela 1963 zurück, drei Jahre nachdem der Staat (der bis dahin eine britische Kolonie war) seine Unabhängigkeit erlangt hatte. Schon bald spielte er mit einigen anderen aus London zurückgekehrten Musikern - immer noch unter dem Bandnamen Koola Lobitos - eine Mischung aus afrikanischer High-Life-Musik und Jazz. Erst 1969, als er sich mit der Band auf einer USA-Tournee befand, änderte er den Namen ab in Fela Ransome Kuti & Nigeria 70.

In einem Club in Los Angeles, in dem das Ensemble auftrat, lernte Fela die Afro-Amerikanerin Sandra Isodore kennen, die sich für die Bewegung der Black Panthers engagierte. Sie machte Fela mit der Philosophie und den Schriften von Malcolm X, Eldridge Cleaver und anderen schwarzen Aktivisten und Bürgerrechtlern vertraut.

In Los Angeles fand Fela auch die Inspiration, die er brauchte, um seinen eigenen, einzigartigen Musikstil zu kreieren, dem er den Namen Afro-Beat gab. Vor der Rückreise nach Nigeria ging die Band in ein Tonstudio, um die ersten Songs dieses neuen Genres aufzunehmen. Sie kamen später als Singles auf den Markt.

Kaum wieder in Lagos, taufte Fela die Band in Fela Ransome Kuti & Africa 70 um. Der neue Sound hatte auf Anhieb Erfolg und gestattete seinem Protagonisten im Empire Hotel einen Club - den "Afro Shrine" - zu eröffnen. Hatte Fela bis dahin vornehmlich als Trompeter und Komponist der Band agiert (zum Saxophon und Piano wechselte er erst später), so begann er nun auch zu singen. Statt seine Texte in Yoruba vorzutragen, entschied sich Fela dafür, vorwiegend in Pidgin-Englisch zu singen, damit man seine Botschaften in ganz Nigeria und den angrenzenden Ländern verstehen konnte. Die Songtexte handelten vornehmlich von sozialen Themen, die allen Afrikanern bestens vertraut waren.

Die jungen Nigerianer kamen in Scharen zusammen, um die Songs zu hören, die sich mit dem Dasein der Schwarzen und dem Pan-Afrikanismus auseinandersetzten und die Hörer ermunterten, zu den traditionellen afrikanischen Religionen zurückzukehren. Zu den Mitteln der Satire und des Sarkasmus griff Fela erst später, wenn er die Militär- oder Zivilregime wegen ihres Mißmanagements, Inkompetenz, Diebstahl, Korruption und Marginalisierung der Unterprivilegierten anklagen wollte.

1974 erfüllte sich Fela den alten Traum einer alternativen Gesellschaft, der für die Regierenden in Lagos jedoch schnell zum Alptraum wurde. Fela zog einen Zaun um sein Haus und erklärte das Anwesen zum unabhängigen Staat: zur Republik von Kalakuta. Zum Ärger der bourgeoisen nigerianischen Gesellschaft folgte dem defätistischen Beispiel bald die ganze Nachbarschaft Felas. Die Behörden, die die potentielle Macht dieses "Staates im Staat" erkannten, reagierten mit Repressionen und bestraften Fela für die geringfügigsten Unbotmäßigkeiten mit Hausarresten, Gefängis- und Prügelstrafen. Was indes bewirkte, daß Fela in gleichem Maße immer bekannter wurde. Seinen eigentlichen Familiennamen Ransome Kuti änderte Fela damals äußerst provokativ in Anikulapo Kuti um: Anikulapo bedeutet in Yoruba "der den Tod in seinem Beutel trägt". Seine Platten verkauften sich nun millionenfach und die Bevölkerung von Kalakuta erhielt ständig neuen Zulauf von vor allem jungen Nigerianern.

Beim "Festival for Black Arts and Culture" (FESTAC), das 1977 in Lagos stattfand, sang Fela "Zombie", eine gegen das Militär gerichtete Satire, die in ganz Afrika populär werden sollte. Doch die Militärs konnten sich an dem Song keineswegs erfreuen und verschärften umgehend den Druck auf Fela und seine Anhänger. Wie Fela in "Unknown Soldier" (zu hören auf der CD "Coffin' For Head Of State / Unknown Soldier" - Barclay 547 379-2) erzählt, stürmten tausend Soldaten Kalakuta, brannten das Haus nieder und droschen auf alle Anwesenden ein. Wie es in dem Lied weiter heißt, wurde Felas 78jährige Mutter aus dem Fenster ihres im ersten Stock gelegenen Zimmers geworfen und starb später an den dabei erlittenen Verletzungen. Auch Felas Club, der "Afro Shrine", wurde wie die gesamte Nachbarschaft zerstört. Fela und seine Gruppe zogen um ins Crossroads Hotel.

Ein Jahr später ging Fela nach Accra in Ghana, um eine Tournee zu organisieren. Doch zum 1. Jahrestag der Zerschlagung von Kalakuta kehrte er nach Lagos zurück, um dort in einer Zeremonie auf einen Schlag gleich 27 Mädchen zu heiraten. Viele von ihnen waren Tänzerinnen oder Sängerinnen seines Ensembles, und alle erhielten nun den berühmt-berüchtigen Nachnamen Anikulapo Kuti. Nach der Hochzeitsfeier brach die ganze Gruppe nach Accra auf, wo einige Konzerte stattfinden sollten. Im randvollen Fußballstadion der Stadt brachen Unruhen aus, als Fela wiederum "Zombie" anstimmte. Die Band und ihre Entourage wurden verhaftet und für zwei Tage aus dem Verkehr gezogen. Dann setzte man alle in ein Flugzeug nach Lagos und verbat ihnen die Wiedereinreise nach Ghana.

In Lagos hatte Fela immer noch keine neue feste Bleibe gefunden. Zwei Monate lang quartierte er sich mit seinen Ensemble-Mitgliedern in den Büros von Decca Records ein. Dann erhielt er eine Einladung, mit seiner 70 Personen starken Formation Africa 70 beim Berliner Jazzfestival auftzutreten. Nach der Show verstreuten sich die Musiker in alle Himmelsrichtungen. Trotz aller Rückschläge kehrte Fela selbst nach Lagos zurück, um dort wieder neu durchzustarten.

Der "King of Afro-Beat" und seine "Queens" lebten nun in Ikeja im Haus von J.K. Bremah. Hier entstand ein neues Kalakuta und hier gründete Fela, politischer orientiert denn je zuvor, seine eigene Partei "Movement of the People". In den 1979er Wahlen, die Nigeria wieder eine Zivilregierung bescherten, kandidierte er für das Amt des Präsidenten. Die Kandidatur wurde abgelehnt. Vier Jahre später, bei den nächsten Wahlen, kandidierte Fela erneut, wurde aber durch die Polizei daran gehindert, seine Kampagne durchzuziehen. Ein weiterer Militärputsch machte dann endgültig Felas Traum vom Präsidentenamt zunichte.

1984, unter dem Regime von General Buhari, saß Fela 27 Monate einer auf 5 Jahre veranschlagten Gefängnisstrafe ab. Angeblich hatte er den Versuch unternommen, auf illegale Weise Geld in die USA auszuführen. Vorzeitig entlassen wurde er, weil später herauskam, daß das Urteil auf Druck des Regimes von Buhari zustande gekommen war.

In den folgenden zehn Jahren unternahm Fela mit seinem neuen (nunmehr 80köpfigen) Ensemble Egypt 80 mehrere Tourneen nach Europa und in die USA, wo er vom Publikum und der Kritik stets mit Begeisterung empfangen wurde. Für die dortige Akzeptanz afrikanischer Rhythmen, Tänze und Klänge waren diese Auftritte von unschätzbarer Bedeutung.

Fela Anikulapo Kuti, der sich selbst als geistiger Sohn des Pan-Afrikanisten Kwame Nkrumah betrachtete, war einer der schärfsten Kritiker von jeglicher Form von Kolonialismus und Neokolonialismus. In seinen letzten zwanzig Lebensjahren wurde er als Fürsprecher der unterdrückten Massen von Nigeria, anderen afrikanischen Ländern und sogar der afrikanischen Diaspora bekannt.

Sein tragischer Tod im August 1997 wurde von der ganzen Nation betrauert. Über eine Million Menschen sollen an seiner Beerdigung teilgenommen haben. Das musikalische Erbe Fela Anikulapo Kutis ging nicht zuletzt in die Hände seines Sohnes Femi Kuti über. Und so wird der Afro-Beat auch in Zukunft als Herz der afrikanischen Musik weiterschlagen.


Fela Anikulapo-Kuti
»Shakara - London Scene«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454737722
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Fela Anikulapo-Kuti
»Confusion - Gentleman«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
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Confusion - Gentleman
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Africa 70 Organisation
1999 Barclay
CD 731454737821
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Fela Anikulapo-Kuti
»Expensive Shit - He Miss Road«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454703024
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Fela Anikulapo-Kuti
»Yellow Fever - Na Poi«

| realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1999 Barclay
CD 731454702621
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Fela Anikulapo-Kuti
»Opposite People - Sorrow Tears And Blood«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454738323
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Fela Anikulapo-Kuti
»Stalemate - Fear Not For Man«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454738125
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Fela Anikulapo-Kuti
»Shuffering And Shmiling - No Agreement«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1999 Barclay
CD 731454738026
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Fela Anikulapo-Kuti
»V.I.P. - Authority Stealing«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454738422
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Fela Anikulapo-Kuti
»Coffin For Head Of State - Unknown Soldier«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454737920
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Fela Anikulapo-Kuti
»Original Suffer Head - I.T.T.«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1997 Barclay
CD 731454738224
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Fela Anikulapo-Kuti
»The Two Sides Of Fela - Jazz & Dance«

|realaudio 28.8k|
|realaudio 56.0k|
1999 Barclay
2 CD 731454741620
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